Inventing new species and spaces for a sustainable future

Die Erde ist schon lange erkrankt, sie leidet unter erhöhter Temperatur, mancherorts auch unter gefährlichem Fieber. Sie trägt auch offene Wunden, ihre äussere Hülle/Haut ist geschändet - gleich unserem Kunstobjekt Linntje: Neben vielen weiteren Gütern des kapitalistischen Systems ist sie ebenfalls stolze Mitbesitzerin der Zivilisationskrankheit Neurodermitis. Eine Autoimmunkrankheit, die sich nicht nur auf der Hautoberfläche zeigt, sondern auch in ihrer körperlichen Gesamtheit. Das Immunsystem hat eine Autoreaktion in Gang gesetzt und produziert mehr Abwehrreaktionen als nötig. Als kämpfe der Körper gegen eine Gefahr an, die objektiv gar nicht existiert - subjektiv aber schon.

Selbstzerstörend wirken auch manche Überreaktionen auf das grassierende Corona-Virus. Schlimme Krankheitsverläufe sind oftmals einem zu starken Immunsystem zu verschulden, das auch nach Tötung aller Viren weiterhin aktiv Antikörper freisetzt.

Es scheint als wolle die Natur die Rettung der Erde in Angriff nehmen, alle Abwehrkräfte mobilisieren, um nicht zu verenden. Sie zieht die Notbremse und entschleunigt die Menschheit, um wieder Luft schnappen zu können.

Unsere irdischen Freuden, der Genuss und der westliche Wohlstand der letzten Jahrzehnte, welcher dem Mensch zum angeblichen Aufschwung verhalf, bauen auf Kosten der Erdgesundheit auf.

Und während nun die globale Menschheit erkrankt, kann die Erde leicht genesen. Wir sind gezwungen uns zu erden, keine Höhenflüge und Ziele in der Ferne anzuvisieren. Uns mit uns selbst in unseren selbsterbauten Gefängnissen auseinanderzusetzen.

Die derzeitige Pandemie beeinflusst nicht nur Leben und Gesundheit der Menschheit; durch ihre mitgebrachten Massnahmen trägt sie auch zu einer Zerstörung der existierenden wirtschaftlichen und kulturellen und gesellschaftlichen Konstrukte bei.

Sie wirft Fragen und Kritik an bestehenden Systemen auf, vor allen Dingen tangiert sie stark die grassierende Globalisierung des kapitalistischen Prinzips.

Wir stossen an Grenzen: nicht nur äusserlich, sondern auch innerlich. Zurückgeworfen auf die elementaren Notwendigkeiten des Lebens, kommen viele Zweifel auf. Unserer vermeintlichen Freiheit, der Wissenschaft und unserem Konsum wird plötzlich Einhalt geboten.

Um die Beschwerden zu lindern, greifen wir auf hilflose Rettungsaktionen, wie Geldspritzen und Quarantäne zurück und behandeln, wie in der heutigen Allgemeinmedizin üblich, eher das Symptom, anstatt das Problem an der Wurzel zu fassen.

Die Theaterform, die wir kannten und praktizierten wird vielleicht nicht mehr in dem Masse umsetzbar sein - Zeit für ein gesundes Leben, für neue Räume und Akteurtjes.

 

 

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