Das Instinktut

Das künstlerisch-forschende Instinktut untersucht die Zwischenräume gesellschaftlicher Normvorstellungen. Dabei werden politische, soziale und ökonomische Verhältnisse hinterfragt und in neue Bezugsrahmen gesetzt. Dies ist notwendig, da sich das menschliche Verhalten nur dann ändert, wenn sich die Verhältnisse ändern – was unerlässlich ist, um die Menschheit vor ihrem selbstverschuldetem Untergang zu bewahren.

Seit rund 50 Jahren wissen wir, dass das Wachstumsparadigma der aktuellen Marktordnung zunehmend unser aller Lebensraum zerstört. Diese Erkenntnis reicht offensichtlich nicht. Daher setzt das Instinktut Mittel wie Irritationen, Emotionen, Genuss- und Glücksmomente ein, die in performativer Art vermittelt werden. Beabsichtigt wird damit ein eigentlicher Wandel des Seinsverständnisses mit dem Ziel, einen neuen Umgang mit jeglichen Ressourcen und Werten zu etablieren und eine regenerierende Kultur zu erschaffen.

Künftig soll nicht mehr das Haben im Vordergrund stehen, sondern das Sein. Konkurrenzdenken wird durch Kooperationskompetenz ersetzt. Der konsumzentrierten, auf monetärer Macht basierenden Kultur wird das Commoning gegenübergestellt. Mit Commoning können tatsächlich bestehende Bedürfnisse wieder erkannt werden und viel effektiver befriedigt werden.

Solche neuen Verhältnisse zu erfühlen und zu erleben, ermöglicht einen Wandel im Verhalten. Denn dies hebt den intrinsischen Eigenwert und Wert des Anderen (auch nicht menschlichen). Damit werden neue Räume ermöglicht, die es erlauben, sich instinktiv von weiteren, vorherrschenden und ungesunden  Verhältnissen abzulösen und tiefgehender als mittels dem Verstand zu begreifen.

Daher setzt das Instinktut mit Hilfe performativer Mittel auf Sinnes- und Bewusstseinserweiterungen: sei es in politisch öffentlichen Kontexten, oder in individuell persönlichen Begegnungsräumen. Eine aktive Grenzerweiterung zwischen Kunst und Aktivismus, Denken und Handeln, Innen und Aussen,  Ich und Wir.